Case Study · KI-Agenten & Google Ads

Ein Marketing-KI-Team für Google Ads, das nichts ohne Freigabe ändert

Für einen international werbenden Auftraggeber betreiben wir seit April 2026 ein Team aus sieben spezialisierten KI-Agenten. Es wertet Werbekonten und Umsatzdaten aus, prüft Testideen, schreibt Reports und Landingpage-Briefings und bereitet Änderungen am Konto vor. Umgesetzt wird eine Änderung nur über eine technische Freigabe-Schleuse – und erst, wenn ein Mensch sie bestätigt. Als Nächstes laufen die Analysen in festen Routinen, die Vorschläge zur Abnahme, Reports und Warnungen von selbst liefern.

Armin StadlerStand: English version
spezialisierte KI-Agenten
7
dokumentierte Arbeitsschritte
500+
Einsätze der Spezialagenten
120+
freigegebene Änderungspakete im Werbekonto
37

Stand: September 2026, gezählt seit Projektstart im April. Arbeitsschritte sind Einträge in der Versionsverwaltung des Projekts, Einsätze sind Aufträge an die Spezialagenten, die Änderungspakete stammen aus dem Protokoll der Freigabe-Schleuse (Juli bis September 2026).

Ausgangslage

Werbekonten mit mehreren Märkten und Kampagnentypen erzeugen mehr Daten, als sich regelmäßig sauber auswerten lassen. Die typischen Fehler entstehen dabei nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus Abkürzungen: eine Auswertung ohne Gegenprobe, eine Zahl aus der falschen Quelle, eine Änderung, die später niemand mehr nachvollziehen kann.

Gleichzeitig ist ein KI-Agent mit Schreibrechten in einem Werbekonto ein echtes Risiko. Ein falsch verstandener Auftrag kann Budget verbrennen oder funktionierende Kampagnen beschädigen. Das Ziel war deshalb beides: deutlich mehr Analysekapazität – und eine Architektur, in der die KI nichts ohne ausdrückliche Freigabe verändert.

Was wir gebaut haben

Ein Team aus Spezialisten statt eines Allzweck-Assistenten – und eine technische Schleuse für alles, was ins Werbekonto schreibt.

Spezialisten mit klaren Rollen

Ein Konto-Analyst liest die Google-Ads-Daten, ein Attributions-Analyst die Umsatzdaten. Ein Experiment-Prüfer bewertet Testideen vor dem Start, ein Gegenprüfer sucht gezielt nach Denkfehlern. Dazu kommen Prüfer für Landingpages und Infrastruktur sowie ein bewusst risikofreudiger Chancen-Scout, dessen Vorschläge als solche gekennzeichnet sind.

Lesen frei, Schreiben nur durch die Schleuse

Lesende Abfragen laufen über eine Positivliste erlaubter Schnittstellen. Schreiben kann nur eine einzige Stelle im Code, und zwar mit genau vier erlaubten Operationen. Neue Anzeigengruppen entstehen immer pausiert, einen Löschpfad gibt es nicht. Die Spezialagenten selbst haben gar keinen Schreibzugriff.

Jede Änderung als geprüftes Paket

Eine Änderung wird als Plan vorbereitet, vorab gegen die Google-Ads-API validiert und über eine Prüfsumme an genau diesen Inhalt gebunden. Der Plan ist 30 Minuten gültig, lässt sich nur einmal ausführen und braucht die Bestätigung eines Menschen in einem Dialog, der standardmäßig auf „Abbrechen“ steht. Jeder Versuch landet in einem Protokoll, das nur ergänzt und nie überschrieben wird.

Belege statt Bauchgefühl

Jede Empfehlung braucht einen Beleg aus dem Werbekonto oder der Datenbank. Tests werden vor dem Start mit Erfolgs- und Abbruchkriterien festgelegt, Erkenntnisse als Lernnotizen gesichert – damit Wissen nicht mit der Sitzung verschwindet.

So arbeitet das Team

  1. 01

    Frage klären

    Die Hauptsitzung formuliert die Aufgabe und verteilt sie an die passenden Spezialisten.

  2. 02

    Belege sammeln

    Konto- und Attributions-Analyst liefern Zahlen aus Google Ads und der Datenbank – per Abfrage, nicht aus dem Gedächtnis.

  3. 03

    Gegenprüfen

    Experiment-Prüfer und Gegenprüfer klopfen die Schlussfolgerung auf Denkfehler ab, bevor daraus eine Empfehlung wird.

  4. 04

    Entscheiden

    Die Hauptsitzung führt die Sichten zusammen. Budgets, Gebote und den Status von Kampagnen ändert weiterhin ein Mensch direkt im Konto.

  5. 05

    Umsetzen mit Freigabe

    Erlaubte Änderungen gehen als Paket durch die Schleuse und werden erst nach Bestätigung im Dialog ausgeführt.

  6. 06

    Dokumentieren

    Ergebnis, Beleg und Entscheidung werden versioniert abgelegt. Bedarf an neuen Landingpages geht als Briefing an das Landingpage-System.

Was die KI darf – und was nicht

Die wichtigste Grenze ist nicht als Bitte an die KI formuliert, sondern im Code gezogen: Ins Werbekonto schreibt nur die Schleuse, und die fragt einen Menschen.

Das übernimmt die KI

  • Konto- und Umsatzdaten auswerten, mit der Abfrage als Beleg
  • Tests vorbereiten, Erfolgs- und Abbruchkriterien vorschlagen
  • Reports und Landingpage-Briefings schreiben
  • Änderungspakete vorschlagen und vorab validieren

Das entscheidet ein Mensch

  • Jede Ausführung einer Kontoänderung – per Bestätigung im Dialog
  • Budgets, Gebote und das An- und Abschalten von Kampagnen
  • Neue Kampagnen und jede Löschung
  • Die Freigabe jedes Landingpage-Briefings

Ergebnis

Das Team ist seit April 2026 im laufenden Einsatz. Mehr als 500 dokumentierte Arbeitsschritte und über 120 Einsätze der Spezialagenten zeigen, wie selbstverständlich damit gearbeitet wird. Zwischen Juli und September 2026 gingen 37 Änderungspakete durch die Schleuse – jedes einzeln von einem Menschen bestätigt.

Der größte Effekt liegt in der Arbeitsweise: Auswertungen haben einen Beleg, Tests ein vorher festgelegtes Kriterium, Änderungen einen Freigabe- und Protokolleintrag. Eingesparte Stunden haben wir nicht gemessen – deshalb nennen wir auch keine.

Die Architektur ist übertragbar: Dasselbe Vorgehen läuft inzwischen in einer zweiten, rein lesenden Instanz für ein weiteres Werbekonto.

Nächster Ausbauschritt: Routinen, die sich melden

In Planung

Heute stößt meist ein Mensch die Arbeit des Teams an. Unbeaufsichtigt laufen bereits erste Routinen: Ein Kostenabgleich läuft mehrmals täglich und prüft sich selbst.

Der nächste Schritt ist in Planung: Das Team arbeitet in festen Routinen selbstständig und meldet sich mit Ergebnissen. An der Freigabe-Schleuse ändert das nichts – auch automatisch erzeugte Vorschläge werden erst umgesetzt, wenn ein Mensch sie bestätigt.

  • Regelmäßige Analysen von Konten und laufenden Tests, ohne manuellen Anstoß
  • Vorschläge zur Abnahme, die ein Mensch bestätigt oder verwirft
  • Automatische Reports und Warnungen, sobald Kennzahlen aus dem Rahmen fallen

Was davon für Ihr Unternehmen übertragbar ist

  • Spezialisierte Agenten mit eng geschnittenen Werkzeugen statt eines Allzweck-Assistenten.
  • Eine Schreib-Schleuse im Code – unabhängig davon, wie gut der Agent ist.
  • Belegpflicht und vorab festgelegte Testkriterien.

Häufige Fragen

Kann die KI das Werbekonto selbst ändern?

Nur über die Freigabe-Schleuse, und dort nur mit vier Operationen: Anzeigengruppe anlegen (immer pausiert), Anzeige ergänzen, Anzeige überarbeiten, Keywords ergänzen. Löschen ist nicht vorgesehen. Jede Ausführung muss ein Mensch im Dialog bestätigen, und Budgets, Gebote sowie den Status von Kampagnen ändert weiterhin ein Mensch direkt im Konto.

Welche KI steckt dahinter?

Das Team läuft in Claude Code; jede Rolle ist ein eigener Subagent mit eng begrenzten Werkzeugen. Google Ads ist über einen eigenen API-Client angebunden – mit Positivliste für lesende Abfragen und der beschriebenen Schleuse für Änderungen.

Ersetzt das ein Performance-Marketing-Team?

Nein. Es verschiebt die Arbeit: weniger Zusammensuchen und Nachrechnen, mehr Entscheiden. Die Verantwortung für Budget und Strategie bleibt beim Menschen – so ist das System gebaut.

Lässt sich das auf andere Werbekonten übertragen?

Ja. Rollen, Prüfschritte und Schleuse sind unabhängig vom Produkt. Angepasst werden die freigegebenen Konten und Kampagnen, die Datenquellen und die Kennzahl, auf die gesteuert wird.

Ist das mit Google Ads vereinbar?

Der Zugriff läuft ausschließlich über die offizielle Google Ads API – den Weg, den Google für Tools und Automatisierung vorsieht –, nicht über die Bedienoberfläche. Für KI-Agenten stellt Google inzwischen selbst einen offiziellen, lesenden Zugang bereit. Neue Anzeigen und Keywords durchlaufen die normale Prüfung durch Google, und jede Ausführung bestätigt vorher ein Mensch.

Nächster Schritt

Wollen Sie etwas Ähnliches aufbauen?

Im Erstgespräch klären wir, ob sich der Ansatz auf Ihr Unternehmen übertragen lässt – und was es dafür braucht.