Case Study · ChatGPT Ads

ChatGPT Ads für ein B2B-Angebot: vom Eignungscheck bis zum Lead in HubSpot

Seit August 2026 lassen sich in ChatGPT Anzeigen schalten, auch aus Deutschland. Für einen B2B-Dienstleister haben wir den Kanal von Grund auf aufgebaut – von der Eignungsprüfung über eine eigene Landingpage und Messung nach Einwilligung bis zur Lead-Übergabe an HubSpot. Gebaut ist das als System: Jede weitere Kampagne, Landingpage-Variante, Anzeige oder Auswertung setzt auf denselben geprüften Bausteinen auf, statt bei null zu beginnen. Aktiviert und geändert wird nur mit menschlicher Freigabe.

Armin StadlerStand: English version

Ausgangslage

Der Auftraggeber verkauft eine erklärungsbedürftige Dienstleistung an Unternehmen. Gesucht war ein zusätzlicher Kanal für qualifizierte Anfragen: keine Reichweite und keine Klicks um ihrer selbst willen, sondern ausgefüllte Formulare von Unternehmen, die zum Angebot passen.

ChatGPT Ads funktioniert anders als Suchmaschinenwerbung. Es gibt keine Suchbegriffe, auf die man bietet, im Europäischen Wirtschaftsraum keine personalisierten Anzeigen und keine Benchmarks, an denen man sich orientieren könnte. Dazu kam eine offene Frage vor dem Start: Die Werberichtlinien von OpenAI konzentrieren sich in der Anfangsphase auf Konsumkategorien – Haushalt und Lifestyle, lokale Dienstleistungen, Reisen, digitale Produkte und Bildung. Ein B2B-Dienstleistungsangebot passt in keine davon eindeutig.

Was wir gebaut haben

Bausteine, die zusammen einen vollständigen Lead-Kanal ergeben – vom ersten Prüfschritt bis zum Datensatz im CRM. Und ein System, auf dem jede weitere Kampagne aufsetzt.

Eignungsprüfung vor dem ersten Euro

Wir haben das Angebot gegen die aktuellen Richtlinien geprüft und das Zulassungsrisiko offen benannt. Die Entscheidung fiel bewusst: eine einzige, wahrheitsgemäße Einreichung und keine Umgehungsvarianten, falls sie abgelehnt wird.

Kampagne nach Situationen statt Suchbegriffen

Bei ChatGPT Ads beschreiben sogenannte Context Hints, in welchen Gesprächssituationen ein Angebot hilfreich ist. Wir haben sie aus den typischen Situationen der Zielgruppe abgeleitet und die Kampagne bewusst schlank gehalten, damit sich ein Testbudget nicht auf zu viele Anzeigengruppen verteilt.

Landingpage mit qualifizierendem Formular

Eine eigene, schnell ladende Landingpage mit einer zweiten Variante für Tests, freigegeben für den Prüf-Crawler von OpenAI. Das Formular fragt Rolle, Unternehmensgröße und Themenbereich ab – so weiß der Vertrieb vor dem ersten Gespräch, mit wem er spricht.

Messung nach Einwilligung, Leads direkt in HubSpot

Das Messskript von OpenAI lädt erst, wenn Besucher zustimmen. Jede Anfrage wird auf dem Server geprüft und direkt an HubSpot übergeben. Erst wenn HubSpot den Lead angenommen hat – und nur mit Einwilligung –, meldet die Seite die Conversion an OpenAI: über Pixel und Server mit gemeinsamer Ereignis-ID, damit nichts doppelt zählt.

Ein System statt einer Einzelkampagne

Alles ist so angelegt, dass es sich wiederholen und erweitern lässt. Neue Landingpage-Varianten entstehen auf demselben geprüften Layout, Formular und Übergabeweg. Neue Kampagnen und Anzeigen werden als Plan-Datei vorbereitet, automatisch gegen die Zeichengrenzen geprüft und per Prüfsumme freigegeben. Das Plattformwissen liegt mit Quelle und Prüfdatum vor, und automatisierte Tests sichern jeden Baustein ab. So wird jede weitere Kampagne zum Routineschritt statt zum Neuaufbau.

So lief das Projekt ab

  1. 01

    Produktbrief und Quellen

    Angebot, Zielgruppe, Sprachregeln und Aussagen, die tabu sind, schriftlich festgehalten. Jede Aussage über die Plattform mit offizieller OpenAI-Quelle und Prüfdatum belegt.

  2. 02

    Eignung und Risiko

    Zulässigkeit geprüft, das Risiko dokumentiert und die Einreichungsstrategie vom Auftraggeber freigeben lassen.

  3. 03

    Landingpage und Lead-Weg

    Seite, Formular, Einwilligung und HubSpot-Übergabe gebaut und vor dem Start mit einem kontrollierten Test-Lead von Ende zu Ende geprüft.

  4. 04

    Kampagne anlegen – pausiert

    Der Kampagnenplan liegt als Datei vor und wird über eine Prüfsumme freigegeben. Angelegt wird alles im Status „pausiert“.

  5. 05

    Gemeinsame Abnahme und Start

    Anzeigen, Budget und Laufzeit gemeinsam mit dem Auftraggeber im Ads Manager geprüft. Aktiviert hat ein Mensch – nicht das System.

  6. 06

    Betrieb und Auswertung

    Jede spätere Änderung braucht eine eigene Freigabe und danach einen Abgleich mit dem Live-Stand. Bewertet wird nach der Qualität der Anfragen im CRM, nicht nach frühen Klickraten.

Wo KI mitgearbeitet hat – und wo nicht

Umgesetzt haben wir das Projekt mit einem KI-Agenten für Entwicklung und Recherche. Die Grenze ist klar gezogen:

Das hat die KI übernommen

  • Plattformregeln recherchieren – mit Quelle und Prüfdatum
  • Entwürfe für Anzeigen und Context Hints, automatisch gegen die Zeichengrenzen geprüft
  • Code für Landingpage, Formularprüfung und HubSpot-Übergabe, abgesichert durch automatisierte Tests
  • Lesende Auswertungen aus dem Werbekonto

Das entscheidet ein Mensch

  • Ob das Einreichungsrisiko eingegangen wird
  • Budget und Laufzeit
  • Die Aktivierung der Kampagne
  • Jede Änderung an laufenden Anzeigen

Ergebnis

Alle eingereichten Anzeigen wurden von OpenAI freigegeben, die Kampagne ist im September 2026 gestartet. Das ist ein einzelnes Prüfergebnis und keine Zusage für künftige Kampagnen: OpenAI kann Richtlinien und Entscheidungen jederzeit ändern.

Der Lead-Weg steht: Jede Anfrage landet geprüft und mit der zugehörigen Landingpage-Variante in HubSpot. Der größere Gewinn liegt aber in allem, was danach kommt. Weitere Kampagnen, Anzeigen, Landingpage-Varianten und Auswertungen setzen auf geprüften Bausteinen auf, statt jedes Mal neu zu entstehen – das spart Aufbauarbeit, hält das Fehlerrisiko klein und macht den Kanal jederzeit erweiterbar.

Kampagnenzahlen veröffentlichen wir bewusst nicht. Die Plattform ist neu, OpenAI veröffentlicht selbst keine Benchmarks, und die Daten gehören dem Auftraggeber.

Vorbereitet für den nächsten Schritt

Vorbereitet

Die nächsten Ausbaustufen liegen bereits im Code bereit und werden zugeschaltet, sobald sie gebraucht werden. Auch dann gilt: Was live geht, gibt ein Mensch frei.

  • Automatische Wochenreports über einen lesenden Zugriff auf die Ads-Schnittstelle
  • Neue Kampagnen, Anzeigengruppen und Anzeigen direkt aus freigegebenen Plan-Dateien – immer im Status „pausiert“ angelegt
  • Weitere Landingpage-Varianten über dieselbe geprüfte Formular- und Übergabestrecke

Was davon für Ihr Unternehmen übertragbar ist

  • Ein Setup, das mit jeder weiteren Kampagne weniger Aufbau braucht, weil alle Bausteine wiederverwendbar sind.
  • Die Eignungsprüfung vorab – bevor Zeit in ein Setup fließt, das nie zugelassen wird.
  • Ein Lead-Weg, der ohne Einwilligung nichts misst und trotzdem jede Anfrage sauber ins CRM bringt.
  • Freigaben an festen Punkten: Einreichung, Budget, Aktivierung und jede Änderung.

Häufige Fragen

Darf ein B2B-Angebot in ChatGPT werben?

Die Werberichtlinien von OpenAI konzentrieren sich in der Anfangsphase auf Konsumkategorien, andere Kategorien sind zum Start grundsätzlich nicht vorgesehen. In diesem Projekt wurden die Anzeigen nach einer wahrheitsgemäßen Einreichung freigegeben. Das ist ein Einzelergebnis und keine Regel – deshalb prüfen wir jedes Angebot vorab gegen den aktuellen Stand der Richtlinien.

Warum nennen Sie keine Klick- oder Lead-Zahlen?

Weil Zahlen aus einem einzelnen Konto auf einer neuen Plattform leicht als Richtwert missverstanden werden – und weil sie dem Auftraggeber gehören. OpenAI selbst veröffentlicht für ChatGPT Ads bislang keine Benchmarks über Werbetreibende oder Branchen hinweg.

Wird ohne Einwilligung gemessen?

Nein. Das Messskript lädt erst nach Zustimmung, und nur dann wird eine Conversion an OpenAI gemeldet. Die Anfrage selbst erreicht HubSpot trotzdem: Die Messung wird dadurch unvollständiger, der Vertrieb verliert aber keinen Lead.

Warum eine eigene Landingpage statt der bestehenden Website?

OpenAI prüft jede Landingpage vor der Freigabe und nutzt ihren Inhalt für die Relevanzbewertung. Eine eigene Seite lässt sich genau auf die Anzeige zuschneiden, für den Prüf-Crawler freigeben und schnell ändern – ohne in die bestehende Website einzugreifen.

Was bringt das Setup für weitere Kampagnen?

Die meiste Arbeit steckt man einmal hinein: Eignungsprüfung, Landingpage-Strecke, Messung und CRM-Übergabe. Weitere Kampagnen, Anzeigen und Varianten setzen darauf auf – vorbereitet als Plan-Datei, automatisch gegen die Zeichengrenzen geprüft und per Prüfsumme freigegeben. Neue Landingpage-Varianten nutzen dieselbe getestete Strecke.

Nächster Schritt

Wollen Sie etwas Ähnliches aufbauen?

Im Erstgespräch klären wir, ob sich der Ansatz auf Ihr Unternehmen übertragen lässt – und was es dafür braucht.