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Google Ads·5 min Lesezeit

Google Ads für Handwerksbetriebe: Lokal sichtbar ohne Streuverlust

Standort, Suchbegriffe, Ausschlüsse, Zeitplan: Mit diesen Einstellungen erreicht ein Handwerksbetrieb in Google Ads die Leute im eigenen Einzugsgebiet.

Armin Stadler
Armin Stadler

Ein Sanitärbetrieb schaltet Google Ads, das Budget ist nach zwei Wochen weg, und das Telefon hat kaum öfter geklingelt. Im Suchbegriffbericht stehen dann Anfragen aus einer Stadt, in die nie ein Monteur fahren würde, Leute, die eine Ausbildung suchen, und Videos zum Selbermachen.

Das liegt selten an Google Ads an sich. Es liegt an Einstellungen, die für einen Onlineshop passen, aber nicht für einen Betrieb, der in einem festen Umkreis arbeitet. Hier sind die Stellschrauben, die für lokale Handwerksbetriebe den größten Unterschied machen.

Der Standort: Präsenz statt Interesse

Das Gebiet. Leg das Einzugsgebiet so fest, wie ihr tatsächlich fahrt: als Umkreis um den Betrieb oder als Liste von Orten. Ein zu großes Gebiet ist der häufigste Grund für Klicks, die nie zu einem Auftrag werden können.

Die Standortoption. Google Ads unterscheidet bei der Standortausrichtung zwischen „Präsenz" und „Präsenz oder Interesse". Bei „Präsenz oder Interesse" können auch Menschen die Anzeige sehen, die sich nur für deinen Ort interessieren, etwa weil sie danach suchen, ohne dort zu sein. Für einen Betrieb, der zum Kunden fährt, ist „Präsenz" in aller Regel die richtige Wahl. Prüf in den Kampagneneinstellungen, was bei dir eingestellt ist, denn die Voreinstellung muss nicht die sein, die du brauchst.

Suchbegriffe mit lokaler Absicht

Wer „Heizung reparieren" sucht, kann ein Hausbesitzer mit kaputter Therme sein oder jemand, der wissen will, wie das geht. Wer „Heizungsnotdienst" plus Ortsname sucht, will mit großer Wahrscheinlichkeit jemanden, der kommt.

Leg deshalb den Schwerpunkt auf Begriffe, die einen Auftrag beschreiben: die Leistung plus Ort, die Leistung plus „Firma", „Betrieb" oder „Notdienst". Allgemeine Begriffe sind nicht verboten, sie brauchen nur einen genaueren Blick in den Suchbegriffbericht.

Eine Anzeigengruppe pro Leistung. Badsanierung, Heizungswartung und Rohrreinigung sind drei unterschiedliche Anliegen mit drei unterschiedlichen Anzeigentexten. In einer gemeinsamen Anzeigengruppe passt die Anzeige zu keinem richtig.

Ausschließende Keywords: der unterschätzte Hebel

Ausschließende Keywords verhindern, dass deine Anzeige bei Suchen erscheint, die sicher nicht zu einem Auftrag führen. Typische Kandidaten im Handwerk:

  • Jobs und Ausbildung: „Ausbildung", „Gehalt", „Stellenangebot", „Job"
  • Selbermachen: „selber machen", „Anleitung", „DIY", „Video"
  • Material ohne Montage: Suchen nach Ersatzteilen oder Baumarktprodukten

Ein Grenzfall sind reine Preissuchen wie „Badsanierung Kosten". Manche dieser Suchenden planen tatsächlich, andere vergleichen nur. Ob du sie ausschließt, ist eine Abwägung, die du nach ein paar Wochen Suchbegriffbericht besser triffst als am ersten Tag.

Zeitplan und Anrufe

Werbung nur, wenn jemand rangeht. Wenn die Anzeige um zehn Uhr abends einen Anruf auslöst und niemand abnimmt, hast du für einen Klick bezahlt, der zu einem verärgerten Kunden führt. Stimm den Werbezeitplan darauf ab, wann im Betrieb tatsächlich jemand erreichbar ist. Bietet ihr einen Notdienst an, kann der eine eigene Kampagne mit eigenen Zeiten bekommen.

Anruf-Assets. Mit einem Anruf-Asset erscheint deine Telefonnummer direkt in der Anzeige. Für viele Handwerksbetriebe ist der Anruf die wichtigste Form der Anfrage. Prüf im Konto, welche Optionen zur Zeitsteuerung und zur Anrufauswertung dir dort zur Verfügung stehen.

Die Zielseite. Wer „Badsanierung" anklickt und auf einer Startseite mit zehn Leistungen landet, muss erst suchen. Eine eigene Seite pro Leistung, auf der das Versprechen aus der Anzeige wieder auftaucht, ist meist der nächste Schritt. Wie du prüfst, ob Anzeige und Seite zusammenpassen, steht in Message Match: Anzeige und Landing Page.

Was beim Menschen bleibt

Welche Leistungen ihr überhaupt bewerben wollt, weil sie Marge bringen und Kapazität da ist. Welche Suchbegriffe zu euch passen und welche nicht. Ob eine Anfrage aus dem Nachbarort den Weg wert ist. Diese Entscheidungen trifft der Betrieb. Automatische Gebotsstrategien helfen bei der Verteilung des Budgets, sie wissen aber nicht, dass ihr nächste Woche keinen freien Termin mehr habt.

Häufige Fragen

Wie viel Budget brauche ich?

Das hängt davon ab, wie viele Anfragen du willst und was eine Anfrage in deiner Region kostet. Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Wer 20 Anfragen im Monat will und mit 40 € pro Anfrage rechnet, landet bei 800 € Werbebudget im Monat. Ob die 40 € realistisch sind, zeigen erst die eigenen Daten nach einigen Wochen.

Soll ich auch in den Nachbarstädten werben?

Nur dort, wo ihr tatsächlich hinfahrt und wo der Auftrag sich nach Fahrzeit noch lohnt. Ein größeres Gebiet bringt mehr Klicks, nicht unbedingt mehr Aufträge.

Reicht nicht ein Google-Unternehmensprofil?

Das Unternehmensprofil ist die Grundlage für lokale Sichtbarkeit und sollte gepflegt sein. Anzeigen ergänzen es dort, wo du gezielt für bestimmte Leistungen sichtbar sein willst.

Was du heute schon tun kannst

  1. Öffne die Standorteinstellungen deiner Kampagnen und prüfe Gebiet und Standortoption.
  2. Lies den Suchbegriffbericht der letzten Wochen und notiere jeden Begriff, der nie ein Auftrag werden kann.
  3. Leg daraus eine Liste ausschließender Keywords an.
  4. Gleiche den Werbezeitplan mit den Zeiten ab, in denen jemand ans Telefon geht.
  5. Rechne dein Budget im Werbebudget-Rechner aus gewünschten Anfragen pro Monat und erwarteten Kosten pro Anfrage. Die Tabelle mit minus und plus zwanzig Prozent zeigt dir, wie empfindlich die Rechnung auf eine falsche Annahme reagiert.

Wenn du deine Kampagnen von außen prüfen lassen willst: Wie wir Google Ads für lokale Betriebe aufsetzen, steht unter Google Ads, oder direkt im Erstgespräch.

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